Topobjekt: Alte Werte, neue Farbe
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Objektbeschreibung: Neues Farbkonzept für die Kreinberg-Siedlung in Schwerte. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts entstand in Schwerte-Ost unter der Regie des Eisenbahn-Bauvereins eine Siedlung mit preisgünstigen Wohnungen für Werksangehörige des benachbarten Eisenbahn-Ausbesserungswerkes: Die Kreinberg-Siedlung. Ähnlich wie die Gartenstadt Margarethenhöhe in Essen, galt auch die Kreinberg-Siedlung schon während ihrer Entstehungszeit als Musterbeispiel durchdachter industrieller Wohnungsfürsorge. Ein neues Farbkonzept soll das Denkmal-Ensemble nun noch attraktiver machen. Wohnen im Denkmal Bei der Siedlungskonzeption orientierten sich die Verantwortlichen damals nicht nur an den Bedürfnissen der zukünftigen Bewohner, sie waren auch inspiriert durch den "Gartenstadtgedanken" der Deutschen Gartenstadt-Gesellschaft: Aufgelockerte Bauformen, große Hausgärten samt Stallungen, gute Infrastruktur und verkehrsarme Straßen. Die zweckmäßige und zugleich mieterfreundliche Bauweise übt auch heute noch eine starke Anziehungskraft aus und immer mehr junge Leute und Familien interessieren sich für eine Wohnung auf dem Kreinberg. Eigentümerin der unter Denkmalschutz gestellten Häuser ist seit 2001 die Eisenbahner Wohnungsgenossenschaft (EWG). Ihr erklärtes Ziel ist es, das "Wohnen im Denkmal" künftig als zusätzliches Marktmerkmal zu profilieren. Dazu Siegfried Dziemballa, Geschäftsführer der EWG: "Wir möchten, dass die Bewohner ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass sie in einem besonderen Objekt wohnen." Nachhaltigkeit Zur Erhaltung und Förderung einer lebendigen und lebenswerten Siedlung hat die EWG einen deutlich sichtbaren Weg eingeschlagen und ihrem Denkmal eine Farbkur verordnet. Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung wurde die Farbgestalterin Annette Kamieth-Flöer mit ihrem Mülheimer Büro FarbOffice beauftragt, für 256 der 286 Gebäude ein Farbkonzept zu erstellen. Partner für die auf 15 Jahre veranschlagte Umgestaltung ist die Firma KEIMFARBEN aus Diedorf, die sich als führender Spezialist im mineralischen Bautenschutz weltweit einen Namen gemacht hat. Gemeinsames Ziel ist es, die Siedlung denkmalgerecht und nachhaltig zu renovieren. Aus diesem Grund werden die Gebäude nicht nur mit neuen Farben aufgefrischt, auch die Putze will man untersuchen und gegebenenfalls instand setzen. Die mineralischen Produkte aus dem Hause KEIM eignen sich ganz besonders für die Sanierung historischer Bausubstanz und bieten viele bauphysikalische Vorteile wie Langlebigkeit und Diffusionsoffenheit. Sie enthalten außerdem keine bedenklichen Hilfsstoffe, verursachen deutlich weniger Emissionen als andere Fassadenbaustoffe und sind vollständig recycelbar. Hinzu kommen die angenehme Farbwirkung der ausschließlich anorganischen Pigmente und die natürliche Anmutung der samtmatten Oberfläche. Farbharmonie In Abstimmung mit der Denkmalbehörde hat Annette Kamieth-Flöer im Rahmen eines Farbleitplans verschiedene Vorgaben entwickelt, um im Laufe der Sanierungsarbeiten den ursprünglichen, ganzheitlichen Gestaltungsansatz wieder ablesbar zu machen. "Meinem Ansatz liegt die städtebauliche und architektonische Struktur der Siedlung zu Grunde," erklärt die Farbgestalterin. "Die Farbauswahl wurde durch die roten Klinkersockel und Tondachziegel eingeschränkt." Für die Durchführung der Arbeiten ist Architektin Martina Becker im Hause der EWG zuständig. "Wir setzen ganz bewusst auf Pastelltöne und nicht auf Knallfarben" skizziert sie das Farbkonzept und fügt hinzu: "Wir möchten zum einen durch die farbliche Harmonisierung der Straßenzüge ein homogenes Bild erreichen, und zum anderen die Ablesbarkeit der Nutzung unterstützen hier Hauptgebäude, da Stall." Um das Augenmerk auf die Hauptgebäude zu lenken, werden die Nebengebäude von den Wohngebäuden farblich abgesetzt und pro Straßenzug oder Gebäudetyp mit der gleichen Farbe versehen. Vorgesehen ist außerdem, die Faschen ebenso wie die Blenden an den Rollladenkästen grundsätzlich der Fensterfarbe anzupassen. Die Fensterbänke, Gesimse, Dachuntersichten und Lisenen sollen, bis auf wenige Ausnahmen, in der ganzen Siedlung den gleichen hellgrauen Farbton erhalten. Während die Fassaden grundsätzlich in zurückhaltenden Tönen gestrichen werden, will man die Schmuckelemente an Risaliten und Gesimsen besonders hervorheben. Außerdem sollen - soweit wirtschaftlich vertretbar - Haustüren nach Originalvorgaben ersetzt und entsprechend dem Farbleitplan gestaltet, sowie Materialien, die nicht dem Denkmalschutz entsprechen, ausgetauscht werden. Mehrwert Gemäß Farbleitplan sind bislang die Sanierungsmaßnahmen und der Anstrich an einigen Gebäuden im Wittfeldweg, sowie am Firmensitz der EWG in der Behnesstraße abgeschlossen. Außerdem wurde das Eingangsportal der Durchfahrt am Quickspring mit drei Hauptfarben Weiß, Rot und hellem Grau gestaltet und ist dadurch als solches wieder wahrnehmbar. "Farbe schafft Atmosphäre, dient der Identifikation und der Orientierung," erläutert Annette Kamieth-Flöer. "Die Kreinberg-Siedlung zählt heute zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die neue Farbgebung will die Aussage dieses besonderen Ensembles unterstützen und das Bewusstsein für kulturelle und soziale Werte stärken." In den kommenden Jahren wird dieser Anspruch mit jedem neu gestrichenen Gebäude deutlicher zu Tage treten - und dank der maximalen Witterungsbeständigkeit, Langlebigkeit und Farbtonstabilität Keim'scher Silikatfarben auch viele Jahrzehnte erhalten bleiben. |
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