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Westhouse Augsburg

Im bayerischen Schwaben ist ein multifunktionales Zentrum entstanden, das Arbeit, Freizeit und Begegnung unter einem Dach vereint. Von außen überzeugt eine edle silbergraue Holzfassade, die auch dazu beiträgt, dass sich das Gebäude perfekt in die Umgebung einfügt.

Architekt:
4Wände Management GmbH
Bauherr:
4Wände Management GmbH
Fotos:
4Wände
Standort:
Augsburg, Deutschland
Produkte:
  • Lignosil-Color
  • Lignosil-Verano
  • Soldalit
  • Soldalit-Coolit

Vielfältig nutzbar und hybrid gebaut

„Menschen einen Ort der Begegnung, der Inspiration, des Engagements sowie der Besinnung auf das Wesentliche im Leben bieten.“ – Das ist die Idee des Westhouses am Stadtrand von Augsburg. Gerade heute, in einer schnelllebigen, digitalen Zeit und nach diversen pandemiebedingten Lockdowns, werden Orte der Begegnung wieder wichtiger. Die Menschen sehnen sich danach, sich zu treffen, gemeinsam zu feiern und zu arbeiten und sich zu entspannen. Diese Bedürfnisse erfüllt das multifunktionale Begegnungs- und Veranstaltungszentrum Westhouse.

So entstand auf 7.000 Quadratmetern ein Gebäudekomplex für die soziale und gewerbliche Nutzung. Er vereint Kirche, Bildung, Arbeitsalltag, Sport und Übernachtungsmöglichkeiten und schafft Begegnungsräume für Jung und Alt, für Einzelpersonen, Vereine, Veranstalter, Kirchengemeinden und Unternehmen. Über dem langgezogenen zweistöckigen Gebäudekörper erhebt sich das ebenfalls aus zwei Stockwerken bestehende Inklusionshotel „einsmehr“, welches auch Menschen mit Beeinträchtigungen beschäftigt und neben Hotelzimmern ebenfalls Appartements auf Zeit anbietet. Des Weiteren verfügt das Westhouse über eine buchbare Sporthalle, ein Bistro mit Blick ins Grüne, einen 450 Quadratmeter großen Veranstaltungssaal mit Platz für 480 Gäste sowie Co-Working Bereiche und unterschiedlich ausgestattete Seminarräume.

Im Mittelpunkt der Bauphilosophie von 4Wände steht die nachhaltige Bauweise der geplanten Gebäude. Dementsprechend wichtig ist dieser Aspekte auch beim Westhouse, welches in Holz-Hybrid-Bauweise errichtet wurde. Holz ersetzt die Baustoffe Beton und Stahl dort, wo es möglich war. „Die große Herausforderung darin bestand, die Brandschutzanforderungen der Gebäudeklasse 5 im Holzbau bzw. Holz-Stahlbeton-Hybridbau umzusetzen. So sind die beiden Untergeschosse, die Treppenhäuser wie auch die Geschossdecken des Erdgeschosses und des ersten Obergeschosses in Stahlbeton gefertigt. Die Außenwände, der zweigeschossige Veranstaltungsbereich und die Büroetage sowie der Hotelriegel hingegen sind vollständig in Holzrahmenbauweise und mit Geschossdecken aus Brettschichtholz ausgeführt“, erklärt Gerhard Hab. Zwei Besonderheiten dieser Bauweise sind zum einen eine Gitterträgerkonstruktion aus Baubuche, die das Geschoss über der Sporthalle trägt, zum anderen Brettschichtholz-Doppelbinder, die sich durch den Veranstaltungssaal spannen und ein besonderes Raumgefühl vermitteln.

Nachhaltig in jeglicher Hinsicht

Bei der Baustoffwahl wurde großer Wert auf die Verwendung nachhaltiger und regionaler Produkte gelegt, so stammt der Holzrahmenbau von der Augsburger Holzhaus GmbH und die Brettschichtholzelemente wurden von Firma Aumann aus Ziemetshausen geliefert. Für die Ausführung beauftragten die Verantwortlichen regionale Baufirmen. Ergänzt wird der Nachhaltigkeitsgedanke durch Wärmepumpen und Photovoltaik auf dem Dach, sodass der KfW55-Standard erfüllt ist. Gerhard Hab fügt hinzu: „Unter dem Aspekt des Gebäudelebenszyklus haben wir außerdem darauf geachtet, dass eine weitgehend sortenreine Trennung der Bauteile bei Rückbau des Gebäudes möglich ist.“ Des Weiteren ist die tragende Struktur der Holzständerwände aus Brandschutzgründen mit Mineralwolle gedämmt. Den äußeren Abschluss der Außenwände bildet eine vorgehängte und hinterlüftete Holzfassade aus sägerauhen Nut-Feder-Profilen in 3-dimensionaler Optik von Ladenburger.

 

Simulierte Patina

Das gewisse Etwas erhielt die Holzfassade mit einer mineralischem Vorvergrauung der Firma Keimfarben. Zum Einsatz kam auf der gesamten Holzschalung die silikatische Vergrauungslasur KEIM Lignosil-Verano, welche eine silbergrau, patinierte Holzoptik simuliert, wie sie durch eine mehrjährige Bewitterung auf Naturholz entsteht. Durch den bewussten Verzicht auf eine Schutzfunktion geht ein Anstrich mit Lignosil-Verano im Laufe der Zeit in die natürliche Vergrauung über. Für die schmalen Holzschalungselemente wählten die Verantwortlichen die deckende silikatische Farbbeschichtung KEIM Lignosil-Color, um diese in einem dunkelgrauen Farbton von den anderen Bereichen abzusetzen. „Wir haben uns für diese mineralischen, diffusionsoffenen Systeme mit hoher Farbstabilität entschieden, weil uns die natürlichen Materialien überzeugt haben. Außerdem ist die Fassade nach dem Anstrich mit diesen Produkten wartungsfrei, robust und nach 20 Jahren noch überstreichbar.“ Des Weiteren passt die mineralische Vorvergrauung ohne Zusatz von Bioziden und Lösungsmitteln perfekt ins nachhaltige Konzept von 4Wände, denn die Firma Keimfarben ist mit Sitz in Augsburg zudem regional ansässig. Die 1.500 Quadratmeter Holzfassadenelemente wurden maschinell im Werk beschichtet.

 

Mit Anerkennung in die Zukunft

Die Tatsache, dass 4Wände die im Baugewerbe schwierige Preiskalkulation einhalten konnte, führte u. a. dazu, dass Gerhard Hab und sein Team den Baupreis der Fritz-Bender-Stiftung 2021 für ihr Projekt „Westhouse Augsburg“ erhielt. Ausschlaggebend war ebenso die Verwendung heimischer Hölzer, das effiziente Energiekonzept und der Betrieb des Hotels mit beeinträchtigten Menschen. – Auch die Gäste würdigen das Westhouse: „Unsere Räume sind für das kommende Jahr schon gut gebucht. Die Sporthalle ist unser heimliches Highlight. Hier sind nur noch wenige Zeiten in der Woche verfügbar, so hoch ist die Nachfrage“, berichtet Gerhard Hab stolz und fährt fort: „Auch das Hotel läuft gut, und im Co-Working Bereich ist momentan nur noch ein Platz frei – die Nachfrage ist also da. Ebenso wird unser Bistro an sechs Tagen in der Woche gerne besucht.“

 

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